Rund 80 Nashörner wurden 2015 in Namibia gewildert. Obwohl die Häufigkeit dieser Vorfälle noch nicht mit den etwa 1200 jährlich in Südafrika gewilderten Nashörnern vergleichbar ist, müssen wir darauf vorbereitet sein, dass skrupellose Wilderei auch Namibia treffen wird, sobald die leichter zugänglichen Nashornpopulationen erschöpft sind – bis hin zu den letzten geschützten Nashörnern in privaten Reservaten wie Mount Etjo.
Etosha und andere Konzessionsgebiete sind aufgrund der schieren Komplexität, Bürokratie und finanziellen Belastungen bei der Sicherung solcher großen staatlichen Flächen in unmittelbarer Gefahr. Doch es ist nicht das erste Mal, dass unsere vorausschauende namibische Regierung das Potenzial erkannt hat, private Landbesitzer in den Kampf gegen die Wilderei einzubeziehen – in der Erkenntnis, dass der gute Wille, die Entschlossenheit, der Geschäftssinn und vor allem die transparente Ehrlichkeit privater Organisationen der Schlüssel sein könnten, um das weiter verbreitete und organisierte Überleben dieser Art zu sichern.
Durch die weite Verteilung und Umsiedlung von Zuchtindividuen in sichere Privatgebiete wird gehofft, dass mehrere Populationskerne die Bedrohung überleben können – wie schon in den 1960er Jahren – und die Grundlage für eine neue Generation von Nashörnern bilden.
Mount Etjo Safari Lodge und das Okonjati Wildreservat, gegründet vom legendären Naturschützer Jan Oelofse und seiner Familie, bereiten sich JETZT darauf vor, einzelnen Nashörnern zu helfen, die gerettet, geschützt und gepflegt werden können, um sich zu vermehren – in der Hoffnung, die gesamte Art vor dem Aussterben zu bewahren. Es ist unser Privileg und unser Stolz, zu den vertrauenswürdigen Hütern eines nationalen Schatzes zu gehören.
In der Vergangenheit haben wir Aktivitäten zum Schutz der uns anvertrauten Nashörner eigenständig koordiniert und die Verantwortung sowie die finanziellen Lasten durch unser eigenes Unternehmen, die Mount Etjo Safari Lodge, getragen. Doch die zunehmenden Bedrohungen in ganz Namibia und andererseits das ausdrückliche und aufrichtige Interesse der lokalen und internationalen Öffentlichkeit an diesem Thema haben zur Einbeziehung weiterer Parteien im Kampf gegen die Wilderei und zur Gründung des MOUNT ETJO RHINO TRUST geführt.
Unser Ziel ist es, einen „Ort der Zuflucht“ zu schaffen – wie Mount Etjo genannt wird – für schwarze und weiße Nashörner, wo diese Tiere frei umherstreifen können, ohne zu starke Eingriffe in ihren natürlichen Lebensraum und Lebenszyklus. Wir sind gegen das Enthornen oder das Einsperren dieser stolzen Tiere in kleinere Gehege. Wir glauben, dass sie in ihrer natürlichen Umgebung am besten gedeihen. Zweitens möchten wir unser Mitgefühl für Nashörner mit Besuchern und Unterstützern von Mount Etjo teilen – mit all jenen, die interessiert sind, die respektieren, schätzen und die Werte allen Lebens hochhalten.